Goth’sche Mundart

 

 

Trotz der zuweilen vielleicht etwas seltsam anmutenden Eigenheiten in Wortschatz und Aussprache und so mancher (nicht immer ganz ernst gemeinter) Grobheiten hat die Mundart nichts Lächerliches oder gar Primitives an sich, und man braucht sich ihrer keinesfalls zu schämen. Vielmehr kann und sollte jeder Mundartsprecher stolz darauf sein, dass er einen Teil unseres sprachgeschichtlichen Erbes pflegt und bewahrt.

 

Martin Luther forderte einst, man müsse „die mutter ihm hause, die kinder auff der gassen, den gemeinen mann auff dem marckt [...] auff das maul sehen, wie sie reden“. Tut man dies und geht mit offenen Ohren durch Gotha, so begegnen einem in ganz alltäglichen Gesprächen zahlreiche sprachliche Eigenheiten, die verwunderlich, amüsant, seltsam oder gar unsinnig erscheinen mögen.

 

Seien es typische Redensarten, derbe Schimpfwörter, erstaunliche Spottnamen für Örtlichkeiten oder altertümlich anmutende Besonderheiten der Sprache: „Goth’sch“ – die Mundart der Bewohner der Residenzstadt und ihrer näheren Umgebung – hat seinen ganz eigenen Charme. Selbst „echd goodsche Labbmhööcher“ (gebürtige, alteingesessene Gothaer) sind oft erstaunt, wie vielfältig und reizvoll ihre eigene Mundart doch ist, wie reich an Geschichte und Geschichten.

 

Denjenigen, die gleich, sofort und auf der Stelle die lustigsten Redewendungen oder bösartigsten Schimpfwörter lesen wollen, seien diese beiden Seiten empfohlen:

 

 

Goth’sche Schimpfwörter

 

► Goth’sche Redensarten

 

Denjenigen, welche das Goth’sche noch ein bisschen besser kennenlernen wollen, seien hingegen die nachfolgenden Aufsätze zur Gothaer Mundart ans Herz gelegt – ganz egal, ob Sie nun „Labbmhööcher“ oder „Biegeschwemmder“ (Zugereister) sind. Denn interessant ist diese Entdeckungsreise in die Geschichte und die Feinheiten der Mundart auf alle Fälle!

 

 

 

Einführung   Ursprünge   Goth’sch schimpfen

 

Falls Sie jedoch zu denen gehören, die Mundart für veraltet, lächerlich oder gar primitiv halten (wehe Ihnen!), seien Sie an die Worte Goethes erinnert, der feststellte: „Beim Dialekt fängt die gesprochene Sprache an.“ Und Zweifler, welche eher modernen Wissenschaftlern trauen als dichtenden Geheimräten, seien daran erinnert, dass aktuelle Ergebnisse der Hirnforschung belegen, dass die innere Zweisprachigkeit (also die Fähigkeit des Wechsels zwischen Hochdeutsch und Mundart) die Hirntätigkeit sowie das Erlernen von Fremdsprachen fördert. Also: Schwatzen Sie wieder mehr Goth’sch!

 

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